Lernen aus der Geschichte: Jugendliche besuchten Auschwitz

Veröffentlicht am: 10. März 2025

Eine Gruppe von Jugendlichen des Don Bosco Zentrums Regensburg hat sich auf eine besondere Bildungsreise begeben: Sie besuchten Auschwitz, das ehemalige Konzentrationslager, das zum Symbol für die Verbrechen des Nationalsozialismus geworden ist. Die Initiative zu dieser Reise entstand aus der Gruppe selbst – die Jugendlichen wollten sich intensiv mit der Geschichte auseinandersetzen und begreifen, welche Lehren daraus für die Gegenwart und Zukunft gezogen werden können.

Politische Bildung, die unter die Haut geht

Die Reise war geprägt von tiefgehenden Eindrücken. Besonders bewegend war für die Jugendlichen die sechs Stunden lange Führung durch Auschwitz-Birkenau. „Wir kennen die Geschichte aus Büchern oder aus der Schule, aber dort zu stehen, wo das alles passiert ist, ist etwas völlig anderes“, reflektierte eine Teilnehmerin.

Als besonders schockierend empfand die Gruppe die Kinderzeichnungen, die in den Baracken zu sehen sind. „Es war schwer zu ertragen, sich vorzustellen, was diese Kinder durchmachen mussten“, sagte eine der Jugendlichen. Ein anderer Teilnehmer zeigte sich tief beeindruckt vom Aufstand des Sonderkommandos im Oktober 1944: „Diese Menschen wussten, dass sie sterben würden, aber sie haben trotzdem alles riskiert, um Widerstand zu leisten.“

Neben dem Besuch des Konzentrationslagers unternahm die Gruppe auch eine ausführliche Stadtführung durch Oświęcim. Eine Bundesfreiwilligendienstleistende der IJBS informierte die Jugendlichen über die Geschichte der Stadt, die vor dem Krieg eine blühende jüdische Gemeinde hatte.

Neues Bewusstsein für Demokratie und Zivilcourage

Die Fahrt nach Auschwitz war mehr als nur ein historischer Rückblick – sie war ein zentrales Element der politischen Bildung bei Don Bosco Regensburg. Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den Mechanismen der Ausgrenzung und Verfolgung war für die Jugendlichen ein Anlass, über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen nachzudenken.

„Es geht nicht nur darum, die Vergangenheit zu verstehen, sondern auch darum, Lehren für heute und morgen zu ziehen“, erklärte Aktivierungspädagoge Klaus Fiolka, der die Reise zusammen mit dem Direktor der Regensburger Einrichtung, P. Jörg Widmann, und zwei jungen Salesianern begleitete. Die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte weckte bei vielen Jugendlichen ein neues Bewusstsein für die Bedeutung von Demokratie, Menschenrechten und Zivilcourage.

Ein Projekt mit nachhaltiger Wirkung

Die Reise endete nicht mit der Rückkehr nach Regensburg. Gemeinsam mit ihren Betreuern arbeiten die Jugendlichen nun an weiteren Projekten, um ihre Eindrücke zu verarbeiten und mit anderen zu teilen. „Wir wollen das, was wir gelernt haben, weitergeben“, sagte eine der Teilnehmerinnen.

Das Don Bosco Zentrum Regensburg sieht die politische Bildung als festen Bestandteil seiner Arbeit. Durch Fahrten wie diese erhalten Jugendliche die Möglichkeit, sich aktiv mit Geschichte und Gegenwart auseinanderzusetzen – und damit einen Beitrag für eine bewusste und tolerante Gesellschaft zu leisten.       

Text und Fotos: Klaus Fiolka